Beschreibung des Konzentrazionslager Auschwitz

       1. Anzahl der Gefangenen - 137,000.
       2. Sterblichkeitsziffer der polnischen Gefangenen in den Wintern der Jahren 1940-42 durchschnittlich 
80-130 täglich.

      3. Sterbeursache hauptsächlich durch Mißhandlung seitens der Kaposund Wächter, Unternährung und unbehandelte epidemische Krankheiten (Typhus, Ruhr), Krankheiten verbreitet durch Ungeziefer und als Folge unhygienischer Lebensbedingungen.
     4. Sterblichkeitziffer gesunken gegen Ende der Jahre 1942 und 1943.
     5. Ungefähr 80% der polnischen Gefangenen wurden 1943 abtransportiert nach Dachau, Mauthausen und Arbeitslager in Hamburg, Bremen Wilhelmshaven und andere.

Die Juden.
Bis Februar 1942 - wurden in Auschwitz 468,000 Juden vergast. Von September 1942 bis Anfang Juni 1943 kamen ca 60,000 Juden aus Griechenland (Saloniki, Athen) an. Aus Slovakien und dem Tschechisch-Moravischen Protektorat - 50,000; aus Holland, Belgien und Frankreich - ca. 50,000; aus Chrzanow - 6,000; aus Kety, Zywiec, Sucha, Slemien(?) und Umgebung - 5,000. Von diesen leben heute nur 2%. 98% der vorwiegend gesunden Gefangenen, die für die Gasöfen bestimmt waren, wurden, obwohl noch lebend, verbrannt. Bei Ankunft in Auschwitz wurden die Männer von den Frauen getrennt und dann scharenweise, ohne irgendwelche Auswahl, (meistens Frauen und Kinder) auf Lastwagen verladen und zu den Gaskammern in Birkenau transportiert; nach einer unbeschreiblichen Qual (Erstickung) die 10 bis 15 Minuten dauerte, wurden Leichen auf einen Haufen geworfen und verbrannt. Es is merkwürdig, daß die Opfer, befor sie die Gaskammer betraten, ein Bad nehmen mußten. Infolge mangelhaften Giftgases manche Opfer wurden noch lebend verbrannt. Später wurden drei große Krematorien gebaut mit einer Tageskapazität von 10,000 Personen wenn andauernd in Betrieb. In der Umgangssprache der dortigen Bevölkerung wurden sie die "Ewige Flamme" genannt. Die restlichen 2% wurden auf das Frauenlager in Birkenau und die Männerlager Auschwitz und Brikenau verteilt. Das Frauenlager in Birkenau war eine unvorstellbare Hölle. Es gab weder Wasser noch die elementarsten hygienischen Einrichtungen zum primitivsten Überleben. Ein Mann der außerhalb des Lagers arbeitet ist nicht imstande den Hygienestandart zu erreichen der ihn befähigt die geringste Erkrankungen zu überleben. Auch ist in der Nähe des Männerlagers in Rajsko ein Krematorium zur Beseitigung der Leichen des Kattowitzer Gefängnisses und anderer Anstalten genutzt worden, durchschnittlich waren es 15 Leichen pro Woche. Besonders starke Frauen (Jüdinnen) werden im Männerlager zu Experimenten in künstlicher Besamung und Sterilisation gebraucht. Mit der Zeit Sterben diese auch.

Viele Ukrainer wurden als Wächter rekrutiert, und kürzlich einige hundert slovakische SS meldeten sich freiwillig zum Dienst in Auschwitz.

Die Gefangenen sind gezwungen ohne Winterunterkleidung zu arbeiten und Holzschuhe bei 25 Grad minus zu tragen, mit dem Ergebnis, daß täglich viele erfrorene Menschen in die Lager geschleppt wurden.

In den letzten Tagen sind zahlreiche Transporte angekommen - Polen aus Radom, Lublin und Siedlce. Diese sind nicht vergast sondern sind am nächsten Tag in einem Wald in der Nähe von Birkenau erschossen worden, angeblich wegen politischer Verbrechen.

Zigeunerlager
Im Jahre 1943 haben die Deutschen aus allen besetzten Gebieten und aus dem Reich in Birkenau ungefähr 10,000 Zigeuner zusammengebrach. Ohne Rücksicht auf Alter wurde ihnen schwere körperliche Arbeit zugeteilt, jedoch in den letzten Tagen wurden sie auch alle vergast.

Auschwitz
Vom 20. Juni begannen Masstransporte das KZ Auschwitz/Birkenau/ zu erreichen:

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Ein Transport von 870 Personen aus Nice (Süd-Frankreich); über 500 Häftlinge aus Berlin, 900 aus Saloniki, zwei Transporte aus Bendsburg - 1,600 Häftlinge, ein Transport aus Sosnowiec, einer aus Lublin - 391 Häftlinge. Diese Transporte bestanden zu 80% aus Juden und 20% Zigeuner aus Griechenland und Süd-Frankreich. Von diesen haben vielleicht 10% das Lager überlebt, der Rest wurde sofort an Ankunft vergast. Keine Frauen und Kinder haben das Lager nie erreicht.

Zur selben Zeit kamen zahlreiche Transporte aus Polen (Frauen, Kinder und alte Leute). Die Mehrzahl von ihnen wurden hingerichtet. Die Methode der Enthauptung wurde eingeführt. Das Vergasen von Polen hat auch zugenommen. Viele Gefangene die schon bis zu drei oder vier Jahren das Lager, trotz schrecklicher Umstände, überstanden haben, wurden auch in die Gaskammern befördert, nur weil sie aus der Schicht der Intelligenzia angehörten. Beim Vergassen scheint es kein System gegeben zu haben. Häftlinge werden aufs Geratewohl in die Gaskammern verschleppt. Die polnischen Transporte kamen vorwiegend aus Radom, Lublin, Tarnobrzeg und Sandomierz.

In der Nacht vom 3-4 Juli 1943 sind sechzehn Ukrainer, die als Wächter vom SS Untersturmführer Lange ausgebilded worden waren, mit Waffen und reichlicher Munition geflüchtet. Als Folge wurden alle ukrainischen Wächter verhaftet. Die Deserteure flohen in Richtung Gross-Chelm mit der Absicht den Fluß Przemsza zu überqueren um sich in den Wäldern in der Umgebung von Jaworzyn zu verbergen. Die militärische Polizei von benachbarten Ortschaften setzte ihnen nach und hat den Ukrainern eine regelrechte Schlacht geliefert. In der enstandenen Verwirrung erlitt die Polizei Verluste durch "freundliches Feuer", denn sie wußte nicht mehr wer der Verfolger und wer der Verfolgte war. Hilfstruppen aus Katowitz und Myslowitz mußten eingesetzt werden einschließlich SS Panzer. Zwei SS-Männer wurden getötet, vier schwer verletzt und acht leicht verletzt. Auf der ukrainischen Seite gab es 11 Tote, vier wurden gefangengenommen die später zu Tode gequält wurden. Einige Tage später wurde auch Untersturmführer Lange verhaftet. Nach Angaben anderer ukrainischen Quellen, waren die Mehrzahl der Deserteure russische Offiziere.

Wenn in der Vergangenheit die Häftlinge immer von einem ukrainischen und einem deutschen Wächter begleitet waren, wurden jetzt alle ukrainischen Wächter entwaffnet und vier tage in Haft gesetzt. Die gesamte Kompanie der die Deserteure angehörten, wurde erschossen. Vom Freitag den 9. Juli wurden die Ukrainer während des Tages wieder bewaffnet und auf der Schießschanze von Rajsko weiterer militärischen Ausbildung unterstellt. Für die Nacht wurden sie wieder entwaffnet. Am 5. Juli gab der Lager-Kommandant, Obersturmbannführer Höss in einer Garnisonsverordnung bekannt, daß in Erfullung ihrer soldatischen Pflicht im Kampf mit den Banditen der SS Scharf,  Reineke und Sch. Stephan Rahberger gefallen sind.

In den letzten Tagen im Frauenlager Birkenau sind Fälle des Nerven-fiebers (Typhus) vorgekommen. Das hat die Sperre ganzer Blöcke verursacht. Die Angesteckten, und auch die, die nur der Ansteckung verdächtigt waren, wurden vergast. Dieser Ausbruch war keineswegs eine Überraschung angesichts der herrschenden Verhältnisse im Frauenlager Birkenau. Es herrschte Wassermangel und keine Möglichkeit irgend eine Hygiene zu bewahren.

Auch das Zigeunerlager wurde von dem Nervenfieber heimgesucht, in einem Ausmaß, daß Kommandant Höss einen Befehl erließ demnach die SS-Männer, die im Zigeunerlager Dienst macht, von anderen SS-Männern getrennt quartiert werden sollen, und am Ende der Schicht täglich ein Bad nehmen müßen und nach Läusen untersucht werden sollen.

Auschwitz, 10. Juli 1943

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Beschreibung des Lagers Auschwitz (Fortsetzung)

Massen-Exekutionen vom 15. Juli zum 8. August 1943.

Polen - Nach dem 15 Juli Ankunft Masstransporte polnischer Geiseln: aus, Tarnow, aus Krakó w, aus Radom, aus Warschau. Sie wurden nach Auschwitz in Gefängniswagons gebracht, gefesselt an Händen und Füßen. Nach der Ankunft wurden sie sofort hingerichtet.

Am 17. August ist ein Gefangener ausgerissen und als Vergeltung wurden 12 Polen erschossen. Für die Hinrichtung wurden auschließlich Mitglieder der Intelligentsia ausgewählt, also Doktoren, Rechtsanwälte und Ingenieure. Im Falle einer Wiederholung, drohten die Deutschen mit der Erschießung von 100 Häftlinge.

Wöchentlich kommen 2-3 Transporte an, von denen die Mehrzahl, ob Männer oder Frauen, erschossen werden. Auch die Hinrichtung der langinhaftierten Häftlinge ist an der Tagesordnung.

Am 28. August findet die Evakuierung der Polen aus Auschwitz statt. Besonders betrifft das alte Leute, Frauen und Kinder deren Männer/Väter im Kriege gefallen sind, Kriegsgefangene oder Insassen eines Konzentrations-lagers. Ein Teil wurde nach Oderberg verschickt, ein Teil in die besetzten Gebiete Polens. Nur eine kleine Zahl alter Leute ist im Lager geblieben die wahrscheinlich vergast und verbrannt wurden, weil von ihnen nie eine Nachricht angekommen ist.

Tschechen. In dieser Zeit sind zweit Transporte von jeweils 100 Männern aus der Tschechoslovakei angekommen, von denen 50% wegen Hochverrat erschossen wurden und 50% sind im K.Z. Auschwitz geblieben.

Auch zwei Tranporte von altansässiger Tschechischer Häftlinge sind

nach Buchenwald versetzt worden.

Zwischen 15. Juli und 1.August sind sporadisch Transporte von Juden aus verschiedenen Arbeitslagern in Deutschland angekommen. Diese Leute müssen als lebendige Leichen betrachtet werden. Sie waren so erschöpft, daß sie nicht imstande waren aufrecht zu stehen. Sie waren nicht fähig vom Zug zu den Lastwagen zu gehen und wurden wie ein Stück Holz reingeworfen. Sie wurden direkt nach Birkenau gefahren und vergast.

Der 1. 2. und 3. September wurden als Entlausungstage für Männer- und Frauenlager erklärt. Entlausung ist nichts anderes als Massvergasung. Jederman wurde genommen, ob arisch oder jüdisch. In die Gaskammern wurde jeder verschleppt dessen Gesicht bei den SS-Männern kein Gefallen gefunden hat.

Gleichzeitig mit der Entlausung wurde die Vertreibung aller Juden aus Sosnowiec und Bê dzin durchgeführt. Alles in allem sind 15 Züge mit ungefähr 15,000 Leuten angekommen. Während der Nacht fuhren Lastwagen zwischen dem Lager und diesen Städten hin und her. Hundert Leute waren in diese Lastwagen eingepfercht: Männer, Frauen und Kinder; die selbe Zahl von Leuten auf dem Anhänger. Sie kamen an in einem fürchterlichen Zustand, in einem offenen Feld sind sie ausgekippt worden, die Kinder mit den Füßen niedergetreten, die Frauen fast zu Tode geprügelt, sie mußten den ganzen Tag halbnackt, ohne einen Tropfen Wasser in der glühenden Sonne stehen. Ihr Leiden war unvorstellbar und Worte können ihre Qual nicht beschreiben. Der Tod war für sie eine Erlösung.

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Unschuldige Kinder, kranke Frauen die nicht mehr gehen konnten, werden grausam mit Fußtritten herumgestoßen und geprügelt.

So ein Umgehen mit Menschen war in der Geschichte unbekannt, und ironisch, es war erfunden von den Deutschen die sich als Kulturträger betrachten. Sie sprechen mit Stolz von der Zerstörung von Städten, Kirchen und historischen Denkmäler durch Bombardierungen.

Angesichts der Unfähigkeit der Krematorien mit der Zahl der Leichen zurechzukommen, ist es nötig geworden sie in offenen Gräbern zu verbrennen

in einem Feld in der Nähe von Birkenau. Drei tagelang konnte man wegen der Flammen nichts von den Scheiterhaufen sehen. Transporte aus Frankreich wurden auf ähnliche Weise behandelt.

Birkenau feierte seinen Rekord der Verbrennungen in einem Tag: 30,000 Leute.

Auschwitz, 12. August 1943

Beschreibung des Lagers Auschwitz (Fortsetzung)

Namenliste der Kriegsverbrecher des K.Z. Lagers Auschwitz (Fortsetszung)

Obersturmführer - Höss - Lagerkommandant
Hauptsturmführer - Schwarz, hat sich besonders ausgezeichnet durch außer- gewöhnliche Grausamkeit während der Evakuierung polnischer Dörfer in der Umgebung von Auschwitz und hat Überschreitungen gegen die Polen auf seinem Gewissen. Verantwortlich für die größten Massenhinrichtungen von
Polen. Erzfeind Polens.
Hauptsturmführer - Aumeier - Aufseher der Hinrichtungen durch Hängen und Erschießen.
Hauptsturmführer - Sell, ein Mann gefürchtet im ganzen Lager. Wenn auch immer sich Gelegenheit bietet einen Schaden zuzufügen, versäumt er es nicht. Er tut es mit kalkulierter Grausamkeit, oft und ohne Anlaß, besonders in dem Frauenlager.

Bei der Absonderung und Vergasen der Juden waren die eifrigsten:
Obersturmführer - Schoppe
Obersturmführer - Stibnitz
Haupsturmführer - Müller.
Wächterin - Drexler. Diese Frau hat viel Böses in dem Frauenlager Birkenau angerichtet. Bei sengender Hitze zwang sie die Häftlinge ohne Kopfbedekung zu arbeiten.

Bei dem Empfang polnischer und tschechischer Transporte waren anwesend: Schoppe und Stibnitz. Beim dem Abladen der Wagons pflegten sie die gefesselten Häftlinge mit Hieben und Tritten in den Magen zu begrüßen. Und das nur, weil sie nicht schnell genug mit dem Mützenabnehmen waren, haben sich nicht in Reihe und Glied aufgestellt und wußten nicht wie sie sich benehmen sollten aus Unwissenheit der Routine des Lagers. Je schwächer und kranker der Häftling, desto größer das Gefallen ihn zu Tode zu treten.

Eines der schlimmsten Ungeheuer in dem Frauenlager Birkenau war eine Wächterin namens Mandl. Ihren Sadismus kann man sich kaum vorstellen. Als Wächterin im KZ Ravensbrück im Straffblock hat sie den Tod vieler Frauen durch Verhungerung verursacht. Ihre beliebte Strafe waren 25 Knüppelhiebe. In Birkenau wurde sie zu Hauptwächterin befördert und hatte freie Hand ihren Sadismus anzuwenden. Sie nahm ein besonderes Gefallen Opfer zum Vergasen und zur körperlichen Bestrafung zu wählen. Diese Bestrafungen wurden ganz willkürlich angewandt, es konnte gewesen sein, daß man sich in ihrer Nähe nicht schnell genug bewegte oder ähnliche Kleinigkeiten.

Besondere Erwähnung verdient die Politische Abteilung Auschwitz unter Untersturmführer Grabner.

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Er war verantwortlich für alle Bestrafungen und Unterzeichnung aller Todesstrafen. Er würde ohne Bedenken alles unterschreiben was man ihm vorlegte. Bösartiger waren jedoch die kleineren Untergeordneten die ihre Pflicht genauer nahmen.

Bei den Verhören sind gewöhlich Oberscharführer Krischner, Oberscharführer Boger, Lachman und Untersturmführer Woznic anwesend. Sie sind am meisten im Lager gefürchtet. Sie quälen die Gefangenen um Geständnisse aus ihnen herauszubekommen über Ereignisse von denen die Opfer nicht mal geträumt hatten. Sie haben eine Folterkammer gebaut mit Geräten die nicht mal im Mittelalter erfunden waren.

Das schlimmste Gerät ist die sogenannte "Wiege" aus der niemand lebending herauskommt. Nur SS-Männer die sich mit besonderer Grausamkeit ausgezeichnet haben, wie diese oben gennanten, sind für diese Aufgaben gewählt. Die Hauptrolle der Politischen Abteilung ist die Buchhaltung der gestorbenen und vergasten Häftlinge. Die Vergasten wurden mit dem Vermerk "SS" eingetragen was für "Besondere Behandlung" stand. Die Arbeit der Politischen Abteilung ist nichts anderes als der letzte Schrei der Toten und Vergasten.

Auschwitz, 12. August 1943

 

Übersetzt von Stefan Poniecki

Calgary Mai 1999